88. Generalversammlung des Verbands St.Galler Ortsgemeinden

Am 05.04.2014 fand die 88. Generalversammlung des Verbands St.Galler Ortsgemeinden im Widemsaal in Gams statt. Der durch die Verantwortlichen der St.Galler Ortsgemeinden sehr gut besuchte Anlass wurde durch die Verwaltung der Ortsgemeinde Gams organisiert. Es ist dem Verwaltungsrat ein grosses Anliegen, sich bei allen Beteiligten, die zum ausgezeichneten Gelingen dieses grossen Events beigetragen haben, ganz herzlich zu bedanken. Dementsprechend möchte es die Verwaltung auch nicht unterlassen sich bei allen Sponsoren zu bedanken, welche mit Präsenten, Übernahmen von Kaffe und Gipfeli sowie dem Apéro beteiligt haben. Das Rahmenprogramm wurde musikalisch sehr schön und passend begleitet durch die Bürgermusik Gams und die Jungmusikanten der Madrusa Kits bzw. der Gruppe Mungg, beide aus Gams.

Alpwirtschaft

Nachdem bereits im Februar die Tieranmeldungen abgeschlossen werden konnten, wurde dementsprechend auch zeitig mit der Organisation der Alpauftriebe begonnen. Die ersten Tiere wurden dann auch am 24.05.2014 und die Letzten am 17.06.2014 auf die Gamser Alpen aufgetrieben. Die Auftriebe konnten ohne Probleme erfolgen wobei dieser Alpbeginn zeitlich als Normalstart bezeichnet werden kann. Insgesamt wurden 1‘837 Tiere (Vieh, Ziegen, Schafe) aufgetrieben, wovon 1‘813 Tiere auf Gamser Alpen ihren Sommer verbringen und 24 Tiere auf der Alp Arlans, eine Alp der Alpkorporation Oberschan. Der Ortsverwaltungsrat wünscht allen Hirten/innen und Senninnen einen guten, vor allem unfallfreien und ausgiebigen Alpsommer.

 

Der vergangene milde Winter hat die Alpen grossmehrheitlich von gröberen Flur- und Sachschäden verschont. Dennoch bleibt immer wieder, auch bei geringen Schneemengen, einiges an Unrat auf den Weideflächen übrig und somit gehen die Alparbeiten auch nicht aus. Mit diversen Gamser Vereinen konnten bereits wieder einige Einsätze zur Säuberung der Alpen geleistet werden und weitere Einsätze stehen an und sind geplant. Der Ortsverwaltungsrat bedankt sich bei den Gamser Vereinen für die zur Verfügungstellung derer Einsatzkräfte zu Gunsten der Gamser Alpen.

Ein gross angelegter Arbeitseinsatz konnte am 12. und 13. Juni 2014 mit den Oberstufenschüler/innen der 1. bis 3. Real- und der 1. bis 3. Sekundarschule Gams durchgeführt werden. Dieser Einsatz stand ganz im Zeichen der Wald-/Weideausscheidung. Mit grossem Eifer und Einsatz wurde das Astmaterial, welches durch das Fach-kundige Ortsgemeindepersonal gesägt wurde, weggeräumt und entsorgt und somit den Weiden wieder etwas mehr Luft verschafft. Dieser kontinuierliche und sehr wichtige Einsatz lohnt sich jeweils sehr, denn nur so kann grossräumig das Einwachsen der Alpweideflächen eingedämmt und verhindert werden. Erstmals wurden durch die Schüler auch Arbeiten im Forst verrichtet. So konnten die Läufe des Gasenzenbachs im Bereich Bruggen von Sträuchern und Geäst befreit werden. Der Ortsverwaltungsrat bedankt sich ganz herzlich für diesen enormen Einsatz den die Schülerinnen und Schüler der Gamser Oberstufe geleistet haben und sich so auch für das jährliche gratis Wintersaisonabonnement in der Weissen Arena erkenntlich zeigten.

 

Um den Gewässerschutzvorschriften gerecht zu werden, wurde vom AFU des Kantons St.Gallen der Ortsgemeinde auferlegt, die Düngerlager auf den Alpen Fros, Tesel und Abendweid auf den neuesten Stand zu bringen. Die Planungsarbeiten für diese Düngerlager sind in vollem Gange. Mit dem Architekturbüro Wildhaber aus Flums konnte ein erfahrenes und ausgewiesenes Unternehmen mit den Planungsarbeiten beauftragt werden. Es ist vorgesehen, dass die Projekte Fros und Tesel noch in diesem Herbst zur Realisierung gelangen und das Projekt Abendweid voraussichtlich dann im Frühjahr 2015 nachzieht.

Um auf der Alp Brisi im Selamatt die heute gültige Tierschutzkonformität zu erlangen, wird über die Alpzeit ein flexibles, stabiles und vor allem zertifiziertes Tierzelt errichtet. Zudem mussten in den bestehenden Stallungen ebenfalls auf die gültigen Tierschutzvorschriften hin einige Anpassungen gemacht werden. Die Tiere finden nun auf der Alp Brisi Laufstallähnliche Bedingungen vor, welche dem Wohlfühlanspruch sicherlich über den Alpsommer hinweg gerecht werden. Der Ortsverwaltungsrat ist jeweils darauf bedacht, solche Anpassungen möglichst unkonventionell und praxisbezogen auszuführen und damit den aktuell gültigen Vorschriften zu entsprechen.

 

Im Zusammenhang mit der Biodiversität in Sömmerungsbetrieben haben kürzlich Begehungen auf den Gamser Alpen mit entsprechendem Fachpersonal des Landwirtschaftlichen Zentrums Salez und den zuständigen Alpchefen stattgefunden. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich Flora und Fauna der Gamser Alpen gut für eine dementsprechende Beitragsabgeltung eignen. Somit konnten die bereits im Frühjahr angesuchten Alpen bestätigt werden und beim Landwirtschaftsamt definitiv eingereicht werden. Die Bewirtschaftungsanforderungen gemäss Art. 26 bis 34 DZV lauten:

Nicht jedermanns Sache – baggern in sehr steilem Gelände
Nicht jedermanns Sache – baggern in sehr steilem Gelände

• Die Sömmerungsbetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

• Gebäude, Anlagen und Zufahrten sind ordnungsgemäss zu unterhalten.

• Die Sömmerungstiere müssen mindestens einmal pro Woche kontrolliert werden.

• Die Weiden sind vor Verbuschung und Vergandung zu schützen.

• Die Flächen, die nicht beweidet werden dürfen, sind vor Tritt und Verbiss der Weidetiere zu schützen.

• Naturschutzflächen sind vorschriftsgemäss zu bewirtschaften.

• Stickstoffhaltige Mineraldünger und alpfremde flüssige Dünger dürfen nicht verwendet werden.

• Für die Zufuhr von anderen Düngern ist eine Bewilligung notwendig.

• Zur Überbrückung witterungsbedingter Ausnahmesituationen ist pro Normalstoss (NST) die Zufuhr von höchstens 50 kg Dürrfutter oder 140 kg Silage erlaubt.

• Für gemolkene Tiere ist zusätzlich die Zufuhr von höchstens 100 kg Dürr- und 100 kg Kraftfutter pro NST möglich.

• Verfütterung von Kraftfutter an Schweine nur als Ergänzung zu alpeigenen Milchnebenprodukten.

• Problempflanzen sind zu bekämpfen.

• Einsatz von Herbiziden grundsätzlich nur zur Einzelstockbehandlung. Im Rahmen eines Sanierungsprogramms ist Flächenbehandlung möglich.

• Allfällig festgelegte Vorgaben im Bewirtschaftungsplan sind einzuhalten.

• Keine zu intensive oder zu extensive Nutzung.

 

Wasser auf den Alpen – ein unverzichtbares Gut! Um diesem Anspruch gerecht zu werden wurde die Quelle im Schättigwinggel auf der Alp Abendweid einer Sanierungsmassnahme unterzogen. In steilem und unwegsamem Gelände wurden maschinell unter schwierigen Bedingungen diese Arbeiten noch vor dem laufenden Alpsommer in Angriff genommen. Mit dem ausgewiesenen Spezialisten für solche Arbeiten, Dürr Baggerbetrieb AG, konnte ein ortsansässiges Unternehmen beauftragt werden. Dabei wurde die Quelle neu gefasst, ein neuer Schacht gesetzt sowie die Leitung teilsaniert wurde. Das Wasser läuft zwischenzeitlich im Brunnen bei den Alpgebäuden kontinuierlich und die Arbeiten konnten noch vor der Bestossung abgeschlossen werden.

 

Erschliessungsplanung Usserbach

Im Gebiet Usserbach/Hültsch soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die Planungsarbeiten für die dement-sprechende Erschliessung dieses Gebietes sind noch im Gange. Es wird mit dem Abschluss dieser Arbeiten nach den Sommerferien gerechnet so dass im Herbst 2014 die Erschliessung zur öffentlichen Auflage gelangen kann. Nach wie vor hat sich am Ziel des Ortsverwaltungsrates nichts geändert. Dieser möchte mit den Baulandparzellen im Fühjahr/Frühsommer 2015 auf den Markt gehen.

Neue Homepage

Die neue Hompage der Ortsgemeinde Gams ist bereits seit längerem Online. Ein Besuch im Internet lohnt sich. Dabei findet man allerlei an Informationen und Wissenswertes über die Gamser Ortsgemeinde. Trotz der noch laufenden Aufbauarbeiten wird die Seite laufend mit neuen Infos und interessanten Beträgen versorgt so dass sich die Öffentlichkeit jederzeit über das aktuelle Geschehen informieren kann.

Voranzeige Alpgottesdienst 2014

Der diesjährige ökumenische Alpgottesdienst findet am 10. August 2014 auf der Alp Abendweid statt. Detaillierte Angaben über Zeit und Durchführung folgen im nächsten Behördenbericht im W & O vom 25.07.2014.

Forstwirtschaft / Entwässerungen

Im laufe des Frühjahrs 2014 fanden verschiedene Begehungen im Gamser Wald mit dem Thema Entwässer-ungsbauten statt. Vertretern aus der Forstwirtschaft und dem Wasserbauamt wurden dabei die heutigen Entwässerungsbauten gezeigt und die damit zusammenhängenden Probleme aufgezeigt. Dabei wurde vor allem die Wichtigkeit des Unterhalts der Werke hervorgehoben. Mit Ausnahme einzelner Problempunkte fallen heute wenige Kosten im Bereich der grossen Sperren an. Dies wird sich jedoch dann ändern, wenn die Werke ihr Lebensalter erreichen und saniert oder ersetzt werden müssen.

Aktuelle Problempunkte sind zurzeit das Gebiet "Arena" (Hinteregg) bei dem die Rutschmassen die Sperren und damit den Bachlauf auf einem Teilstück quer zum Hang stellen. Die Seitenleitwerke können dem Druck nicht widerstehen und kippen. Ein weiteres Problem infolge der Geländeverschiebungen sind zwei Holzsperren im Bereich Schutz. Die eine davon ist in der Mitte gebrochen, die andere ist massiv verschoben und beschädigt.

Für das Gebiet der "Arena" wurden diverse Lösungsvarianten untersucht. Verschiedene Umleitungen und/oder Begradigungen und Abtiefungen wurden geprüft. Als verhältnismässig Kostensanfte und zweckmässige Variante kristallisierte sich die Abtiefung der Sohle zwischen zwei Sperren um ca 60-100cm und das Entfernen der Seitenleitwerke bergsseits heraus. Damit soll dem Erdstrom die Möglichkeit gegeben werden sich in den Bach zu ergiessen und dabei sukzessive durch das Wasser weggespült zu werden. Die Variante wird auch vom Gewässerunternehmen der Politischen Gemeinde unterstützt. Talseits soll der Aussendamm erhöht und mit einem Blockwurf gesichert werden.

Als sehr sinnvoll wird die Ausbildung eines Gerinnes im Wald für den Überlastfall des talseitigen Dammes betrachtet. Mit relativ wenig Aufwand kann damit der Bach nach einem allfälligen Ausbrechen wieder in sein Bett zurückgeführt werden.

Für die beiden Holzsperren wird ein Ersatz geplant.

Das Detailprojekt für die Arbeiten muss noch ausgearbeitet werden. Ein Start der Bauarbeiten noch im Jahre 2014 ist erstrebenswert.

Bund und Kanton unterstützen die forstlichen Projekte seit Jahrzehnten. Nach Auskunft des Bundes soll die Beitragszahlung auch ab 2016 in ähnlichem Rahmen fortgesetzt werden. Vorbehalten sind politische Entscheide der Räte auf Bundes- und Kantonsebene.

Die Rahmenbedingungen für die Gewährung von Beiträgen wurden im Rahmen der Einführung des NFA (Neuer Finanz Ausgleich) geändert. Es werden verstärkt die Risiken berücksichtigt. Solche sind in einem Entwässer-ungsprojekt relativ schwierig zu beweisen. Nichtsdestotrotz halten die Bundes- und Kantonsbehörden an einer Unterstützung der Instandstellungsprojekte ab 2016 fest.

Der Erfolg der Arbeiten zeigt sich darin, dass die vergangenen Grossereignisse keine Schäden verursacht haben. Der Unterhalt ist deshalb ausgesprochen wichtig und deshalb soll auch aus Sicht des Kantonsforstamtes das Projekt in der bisherigen Manier weitergeführt werden.

Wohnliegenschaften

Das Mehrfamilienhaus im Hültsch wird derzeit aussensaniert. Hauptaugenmerk fällt dabei auf die Hausfassade sowie auf die Umgebung. Die ersten Arbeiten an der Umgebung haben bereits begonnen und in der Folge werden die weiteren Arbeiten an der Fassade verrichtet werden. Ziel ist es, dass die Sanierung bis zum 31. Juli 2014 abgeschlossen ist.